Übrigens – die Nussschalen sind kein Abfall sondern wertvoller Heizrohstoff für die Bevölkerung.
WALNÜSSE UND PFLAUMEN AUS KIRGISTAN
Schon beim Blick über die Landschaft wird klar:
In Kirgisistan entstehen Rohwaren unter ganz unterschiedlichen Bedingungen, von weiten Tälern bis in hohe Bergregionen.
Seit 2014 entwickelt MorgenLand gemeinsam mit lokalen Partnern ein Bio-Projekt, das zwei ganz unterschiedliche Wege zusammenbringt:
die Sammlung von wilden Walnüssen aus natürlichen Beständen und den Anbau von Pflaumen in den Bergregionen.
Dabei zeigt sich, wie vielfältig Herkunft sein kann und wie unterschiedlich Produkte entstehen.
WILDE WALNÜSSE AUS DEM ARSLANBOB-TAL
Hinter dem Projekt stehen viele Menschen, die in unterschiedlichen Regionen arbeiten. Von der Walnussernte bis zum Pflaumenanbau.
Rund 600 Bauern sind an der Sammlung der Walnüsse beteiligt, während über 1.000 landwirtschaftliche Betriebe Pflaumen anbauen. Koordiniert wird das Projekt von dem Agrarwissenschaftler Yury, der die Zusammenarbeit zwischen Anbau, Sammlung und Verarbeitung organisiert.
Im Süden Kirgisistans liegt das Arslanbob-Tal – ein weitläufiges, natürliches Gebiet, das sich über rund 30.000 Hektar erstreckt. In diesem Gebiet wachsen „Wilde Walnüsse“ – Nüsse aus natürlichen Walnussbeständen. Die Walnussbäume hier wachsen ohne gezielte landwirtschaftliche Bewirtschaftung und erreichen eine Höhe von bis zu 30 Metern und werden bis zu 1.000 Jahre alt.
Das Land gehört dem Staat und wird in kleineren Parzellen an lokale Bauern vergeben.
Während der Erntezeit machen sich die Bauern gemeinsam mit ihren Familien auf den Weg in den Wald, um die Walnüsse zu sammeln und ins Dorf zu bringen.
Vor Ort im Dorf werden die Nüsse getrocknet, geknackt und weiterverarbeitet.
Die Wilden Walnüsse sind kleiner, als die herkömmlichen Walnüsse, weswegen die Maschinen für die Verarbeitung nur eingeschränkt geeignet sind. Daher erfolgt ein großer Teil der Verarbeitung in Handarbeit durch saisonale Arbeitskräfte. Rund 600 Bauern liefern ihre Ernte in die zentrale Organisation, in der die weiteren Verarbeitungsschritte gebündelt werden.
Anschließend werden die Walnüsse verpackt und nach Deutschland transportiert, wo sie abschließend geprüft werden.
PFLAUMENANBAU IN DER REGION JALALABAD
In Jalalabad bauen über 1.000 Bergbauern Pflaumen an. Die Obsthaine liegen in unterschiedlichen Höhenlagen, von etwa 500 bis 2.600 Metern. Die Bewässerung erfolgt über lokale Wasserquellen.
Während der Erntezeit von Ende August bis Anfang September werden die Pflaumen von Hand gepflückt, entsteint und in kleineren Anlagen vor Ort getrocknet.
Die getrockneten Früchte werden anschließend verpackt, nach Deutschland transportiert und dort geprüft, bevor sie in den Bio-Handel gelangen.
Wie sich das Projekt entwickelt hat
Das Projekt hat sich über mehrere Jahre aufgebaut:
- 2014: Start der Zusammenarbeit
- ab 2017: erste Exporte von Walnüssen und Pflaumen
- kontinuierlicher Ausbau der Verarbeitung und Organisation vor Ort
Zusätzlich werden Schulungen und Modellflächen genutzt, um Abläufe im Anbau und in der Verarbeitung weiterzuentwickeln.
Zertifizierung & Standards
Die Produkte aus diesem Projekt sind nach der EU-Öko-Verordnung zertifiziert.
Für die Walnusskerne besteht zusätzlich eine Naturland-Zertifizierung, deren Anforderungen regelmäßig durch unabhängige Kontrollstellen überprüft werden.
Diese Standards legen fest, wie Anbau, Sammlung und Verarbeitung organisiert sind.
